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Archiv für die Kategorie ‘Bücher’

Die letzte KurDer letzte Blogeintrag hat schon mehrere Wochen auf dem Buckel. Denn der Autor hat getan, was des Autors Aufgabe ist: Er hat ein neues Buch geschrieben. Seit heute in der Auslieferung und in Kürze im Buchhandel: Die letzte Kur. Nach sechs Jahren Zusammenarbeit mit meinem niederländischen Freund und Kollegen Jac. Toes nun also wieder einmal ein Solowerk. Und wieder ist es ein Krimi geworden.

In aller Unbescheidenheit: ein ungewöhnlicher Krimi. Denn er hat über einen ebenfalls nicht ganz gewöhnlichen Mordfall hinaus mehr zu erzählen. Mit acht in die Handlung eingeflochtenen Kurzkrimis bietet er zugleich auch eine Sammlung grotesker Verbrechen und besonderer Menschen, die zeigt, auf welch unerhörte Weise sich die kriminelle Energie gerade in Kurbädern und Wellnesszentren Bahn zu brechen versteht.

Ganz ehrlich: Ich weiß, wovon ich da schreibe. Denn mit meinem brüderlichsten Freund, dem Theaterautor und -regisseur Peter Schanz besuche ich regelmäßig seit 2003 Kurort um Kurort. Über dreißig neudeutsch genannte “Destinationen” sind inzwischen zusammengekommen. Ob es um einen eifersüchtigen ungarischen Kurorchesterdirektor aus Bad Pyrmont geht, einen ideenraubenden Bad Salzuflener Esoterikkomponisten oder einen Marketingchef in Bad Neuenahr, der wegen der Entführung von Kassenpatienten die Nerven verliert – nach dem Lesen von “Die letzte Kur” wird keiner mehr wagen, solcherlei Städte langweilig zu nennen.

Warum diese Kurzkrimis überhaupt im Roman sind? Und warum der ehedem mit Bowler Hat auftretende Autor nunmehr auf seinen Fotos einen goldenen Anzug trägt? Das erklärt sich aus der Hauptgeschichte:

(c) Philip Lethen

(c) Philip Lethen

Eigentlich sollte sich Kriminalhauptkommissar Viktor A. Monk an seinem freien Wochenende auf sein erstes großes Konzert beim European Elvis Festival vorbereiten. Aber dann wird im Solebad des neuen Wellnesshotels von Bad Nauheim die Leiche eines Kurbad-Testers gefunden.

Ein Brief im Gepäck des Toten führt Monk in ein Schlosshotel. Acht Reporter des traditionsreichen Magazins Der Kurbad-Kompass haben sich dort versammelt, um in einem Kurzkrimiwettbewerb ihren neuen Chefredakteur zu bestimmen. Hat einer von ihnen einen gefährlichen Konkurrenten aus dem Weg geräumt? Und was verraten ihre Krimi-Storys über den echten Mord, dem bald noch ein zweiter folgen soll?

Fragen über Fragen. Nur Lesen hilft.

Die letzte Kur – ein Kriminalroman für

alle, die in Kur & Reha sind oder dringend Erholung brauchen,

alle Elvis-Fans und Elvis-Verweigerer,

und alle, die von Krimis mehr erwarten als nur einen Mordfall.

Übrigens bald auch wieder live zu erleben, bisher auf der Tourliste: Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Kyllburg, Wien, Hamburg.

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Nachdem ich mich in meinem letzten Eintrag zur Criminale etwas auf- und danach erst wieder abregen musste und damit nun diese Rückschau beendet ist, bevor wir schon wieder ans Kofferpacken zur Criminale 2013 in Bern denken, kommen wir schnell noch einmal zu den erfreulichen Themen des Festivals zurück und lobpreisen hemmungslos:

(Falls jemand noch an den Ordnungskriterien der vergangenen Blogeinträge zur Criminale hängen sollte, wäre das jetzt Punkt: D.) Zu preisen sind natürlich die diesjährigen Träger des Friedrich-Glauser-Preises. Für mich (und viele andere)  der wichtigste Krimipreis für deutschsprachige Literatur, denn er wird von den Autorinnen und Autoren selbst vergeben.

Die komplette Liste als Leseempfehlung findet mensch auf der Preisträger-Seite der Krimiautorenvereinigung “Syndikat”. Hier seien stellvertretend drei erwähnt:
Michael Theurillat. Der Schweizer Ex-Banker machte in der Königsklasse “Bester Roman” mit seinem Krimi “Rütlischwur” (Ullstein) das Rennen und hätte ganz locker auch noch den Preis für die beste Dankesrede mitgenommen, wenn es ihn denn gäbe.
Und dann Nina George. 2011 ihre Erzählung “Das Spiel ihres Lebens” für die von Rebecca Gablé und mir herausgegebene Fußball-Frauen-WM-Anthologie “Scharf geschossen” (KBV-Verlag) zu lesen, war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Die Story um den Mord an der nigerianischen Slum-Fußballerin Precious Lee ist untertrieben einer der besten Kurzkrimis, die ich je gelesen habe. Nina hat die “Schwarze Hand”-Trophäe des Glausers mehr als verdient.
Und schließlich Thomas Przybilka, der 1989 das “Bonner Krimi Archiv Sekundärliteratur” BoKAS begründete und als das Hirn der deutschen Krimi-Szene gilt. Höchste Zeit, ihm für seine unglaubliche Kärrnerarbeit, die in mittlerweile 56 Zusammenfassungen aktueller Literatur über Wesen und Unwesen der Kriminalliteratur Ausdruck fand und der wir Kenntnis über so schöne Titel wie diesen verdanken: Die Visualität der Teilsysteme. Intersubjektivität der Wahrnehmung visueller Symbole am Beispiel einer TATORT-Filmreihe”, den Ehrenglauser zuzusprechen.

Auf die Schilde dieser Krimiwelt gehoben wurde Angela Eßer – acht Jahre lang eine von drei SprecherInnen des Syndikats. Zum Abschied trällerten bei der samstagvormittäglichen Vollversammlung 240 AutorInnen die Stones nach (und Gott weiß, dass EßerAngela das unbedingt mehr verdient hat als weiland MerkelAngela) und der kbv-Verlag schenkte ihr das Buch “Die Akte Angela. Ende einer Dienstfahrt” mit 38 Angela-Kurzkrimis von solchen Heroen wie Jacques Berndorf, Friedrich Ani, Jürgen Alberts, Ingrid Noll und und und.  Ich durfte auch mitspielen und habe in “Give me four” erzählt, was in Angelas Sprecherzeit mit Leuten geschehen konnte, die ihre Jahresspende nicht entrichteten (kurz gesagt, es ging um Fragen der Ehre und der freiwilligen Hergabe diverser kleiner Finger).

Zum Ende dieser Rückschau: Mein persönliche literarische Neuentdeckung der Criminale 2012: Der österreichische Kollege Bernhard Aichner, der die Ermittler-Figur Max Broll geschaffen hat, einen Totengräber mit Stil und heiligem Zorn und Unbesonnenheit und bösem Humor und einer Lakonie, die in angemessener Weise auf dem schmalen Grat zur Lebensweisheit entlanggrantelt. Ich habe “Für immer tot”, den zweiten Band der Max-Broll-Reihe, gelesen und dabei an drei Abenden hemmungslos alle angemessenen Einschlafzeiten gerissen. Offiziellere und qualifiziertere Jubelarien berufener Krimirezensenten sind auf Bernhards Internetpräsenz zu finden. Viel Spaß beim Lesen!

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Es gibt wichtigere Dinge in diesen Tagen. Schafft die FDP dank Lindner die 5 Prozent in NRW, wo doch diese Partei eigentlich keiner mehr braucht? (Obwohl: Ist das wichtig?) Könnten die Piraten im Zuge der liquid democracy nicht auch von cleveren Neonaziaktivisten und dumpfbackigen Sympathisanten aus der berühmten 15%-Truppe Antisemiten&Ausländerhasser gekapert werden, weil das Volk es sich lieber unterm Plümmo (schreibt sich anders, sieht aber besser aus) gemütlich macht, statt dauernd über die großen Fragen unserer Zeit im Netz abzustimmen? Und dürfen wir Autoren, Musiker, Fotografen usw. angesichts der Piratenidee vom freien Absaugen künstlerischer Produktion demnächst im Supermarkt auch einklauen gehen oder die Wahlkampfkostenerstattung der Piraten abgreifen , weil wir ja dann nix mehr verdienen können und uns analog freien Zugang zu den Produkten anderer Werktätiger schaffen? U.s.w. u.s.f.

Unabhängig davon und den wirklichen Weltthemen – diese Tage sind für uns, Hoeps & Toes – aufregende Zeiten. Jeder Tag bringt etwas Neues. Gestern schickte uns Thijs, Redaktionsmitarbeiter bei unserem niederländischen Verlag, eine kleine Fotoserie aus der Druckerei, die sie gerade besichtigten. Und just in dem Moment kam unsere niederländische Fassung von “Höchstgebot”: “Het hoogste bod” aus den Maschinen. Ja, ja, ja! Hurra, da kommen sie. Schafft zwei drei viele Hoogste Bods.

Wer zufällig in der Nähe sein sollte: Am kommenden Samstag, 31. März, findet in der berühmten und wunderbaren und außerdem den Ort für den Showdown unseres Romans abgebenden Bücherkirche im Zentrum Maastrichts die öffentliche Buchpräsentation von “Het hoogste bod” statt. Wir lesen ein paar Minuten (ja, auch ich auf Niederländisch), werden von Marjanne Wassink (Limburg TV) interviewt und dann wird dem Kulturdezernenten von Maastricht das erste Exemplar in die Hand gedrückt. Vor allem aber gibt’s hinterher ein “borreltje”, also was zu trinken. Alle sind willkommen.

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Hoeps & Toes in AachenDienstag fand die deutsche Buchpremiere von “Höchstgebot” im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum statt. Es war ein großer Spaß mit tollem Publikum. Jetzt geht es weiter: heute Mönchengladbach, Dienstag Krefeld, Mittwoch Werne, Donnerstag Nettetal. Und Samstag, 31.3., gehts dann zur niederländischen Buchpremiere nach Maastricht. Wir freuen uns schon.

Inzwischen kommen auch die ersten Pressereaktionen.

In der Westdeutschen Zeitung haben sie die “Mantelkultur” mit einer Hintergrundstory von Christoph Elles befüllt. Man schlug die Seite auf und zwei freundliche Herren mit Bowler Hats boten einem wie weiland die böse Königin Schneewittchen einen Apfel an. Wir hoffen, alle befinden sich noch bei guter Gesundheit.  (Online nachzulesen: hier)

Der Mönchengladbacher Lokalsender City-Vision hat die erste Folge seiner neuen Reihe “Bücherbummel” “Höchstgebot” gewidmet. Bei “Zimmer frei” würde man das die “ultimative Lobhudelei” nennen. Sehr schön & besten Dank. Hier bei youtube zu sehen: Klick

Und dann war da noch die Aachener Zeitung mit der allerersten Rezension: “Alles ist flott erzählt, spannend und amüsant im augenzwinkernden Blick auf die Eigenheiten der Region, Eitelkeiten und die große, fiese Welt.”

Am besten ist es aber natürlich, keine Rezensionen zu lesen, sondern die Bücher. Viel Spaß dabei und ein sonniges Wochenende!

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Und noch eine kleine Szene aus dem ganz normalen Wahnsinn Alltag eines deutsch-niederländischen Schriftsteller-Duos:

(bitte auf das Bild klicken, um das Duo in Bewegung zu versetzen!)

 

Fotos: (c) Jörg Wüstkamp

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… noch fünf Wochen bis zum “Höchstgebot” für ein außergewöhnliches Gemälde von René Magritte!

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Schon vor Wochen angekündigt, kommt hier nun also endlich der erste Teil des kommentierten Soundtracks zu unserem Roman „Nach allen Regeln der Kunst“. Alle drei Hoeps&Toes-Romane sind wie schon gesagt immer auch als Einladung gedacht, über eine vollkommen subjektive und stilistisch ganz weit gefasste Musikauswahl in ein schier unglaublich großes, un(er)fassbares und und atemberaubendes Meer an Sound einzutauchen.

Von unseren beiden Hauptfiguren Micky Spijker und Robert Patati ist es im wesentlichen Robert, für den ein Leben ohne Musik unvorstellbar wäre und der sich immer wieder Mühe gibt, den richtigen Song zum passenden Augenblick auszuwählen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob Micky überhaupt Musik hört, abgesehen davon, dass ich ihr einmal eine klasse CD von Regina Spektor untergeschoben habe. Sollte sie außerhalb unserer Bücher heimlich Musik hören, wäre sie jedenfalls wohl wie ihr Schöpfer Jac. Toes ein Tango-Afficionado. Aber davon habe ich wiederum leider keine Ahnung.

Aber nun zu dem, was es in „Nach allen Regeln der Kunst“ zu hören gibt. Wir fangen ganz leicht und locker an …

… in Kapitel 1:
„Robert nahm noch einen schnellen Espresso in der Doshi-Bar, stieg in sein Auto und suchte in dem CD-Chaos auf dem Beifahrersitz etwas Ruhiges, Chillendes, bis er die Funky-Plüsch-Compilation fand und damit bestens gegen den Feierabendverkehr gewappnet war.“

Kein Wunder, dass Robert ein wenig entspannen möchte. Immerhin hatte er im Mönchengladbacher Museum Abteiberg gerade eine recht unerfreuliche Begegnung mit einer Frauenleiche, die der Mörder dort in einer wundervollen Kunstinstallation der Amsterdamer Künstlerin Mathilde ter Heijne platziert hatte.
„Funky Plüsch“ ist eine Serie von Compilations, die der deutsche DJ Gärtner der Lüste (na ja, über Namen sollte man nicht streiten) zusammengestellt hat. Roberts Ausgabe „Fly me to the moon“ aus dem Jahr 2005 enthält den gleichnamigen großartigen Sixties-Song von Julie London. Aber ebenso cool ist der smooth return mix von „Hip Hip Chin Chin“, dargeboten vom „Club des Belugas“.

Der Mensch lebt natürlich nicht vom Chillen allein. Ab und zu muss auch mal Tacheles geredet, bzw. im Musikbereich natürlich gespielt werden. Und davon ist die Rede…

… in Kapitel 3:
„Sobald Zollgebäude, Autobahn und der freie Tritt aufs Gaspedal vor ihnen lagen, tippte Patati auf Play. Katja zuckte zusammen. Eine schmutzige E-Gitarre setzte mit der Rhythmusabteilung drei kurze, schnelle Ausrufezeichen, ein Sänger ließ ein Uh-Uh-Uh direkt aus seinen Hüften über die Stimmbänder schießen und Robert begann laut mitzusingen: »Ich fühl mich gut. Fühl mich wieder wie neunzehn – young blood!«
»Das ist doch lächerlich«, rief Katja über die Musik hinweg.
»Nein, das ist Max Herres Zu elektrisch. Das geilste Jimi-Hendrix-Stück, seit Jimi Hendrix tot ist.«”

Da hat er wieder mal ganz recht, der Robert, auch wenn seine Lust auf eine möglichst laute Performance nicht nur dazu führt: „Die Außenspiegel zitterten im Rhythmus von Schlagzeug und Bass.“, sondern zu Katjas Ärger auch dazu: „Patati wollte gerade auf seine seriöse Erscheinung zu sprechen kommen, als eine Grenzschützerin auf die Straße trat und sie mit einer Kelle rauswinkte.“
Zu elektrisch“ ist ein großartiger Gitarrenkracher auf Max Herres erstem Soloalbum 2004. Manche finden den Ex-Freundeskreisler Max Herre ja deswegen doof, weil er die Silben manchmal bis zum Sprachfehler verschleift. Aber erstens ist das auf seinem ebenso empfehlenswerten zweiten Album „Ein geschenkter Tag“ schon viel weniger stark zu hören, und zweitens hat er einfach so verdammt viel Soul wie kaum ein anderer deutscher Sänger – und das will ja mal was heißen.

Bleiben wir in deutschen Landen.

In Kapitel 7 …
… will Robert unbedingt zu einem Konzert von „Furiosef“, schafft es aber natürlich nicht:

„ Als er das Auto abschloss, war es Viertel nach acht. In diesem Augenblick würden die beiden Musiker von Furiosef als Volksmusikdödel auf Klompen in die Viersener Musikknei- pe einmarschieren und keine zehn Minuten brauchen, um das Publikum mit ihren verjazzten Volksliedern in Begeisterung zu versetzen.“

Das ist nun mal ein echter Niederrheintipp. Hinter “Furiosef“ stecken die beiden Musiker Manfred Heinen (Piano, Akkordeon) und Markus Türk (Trompete und allerlei andere Blasinstrumente). Was die beiden bieten ist allerfeinste Musikcomedy, aber sie spielen auch „Der Mond ist aufgegangen“ als so Chet-Baker-Preis-würdige Jazzballade, dass ich mir jedesmal verstohlen ein paar Tränen aus den Augen wischen muss.
Als Quintett heißt das ganze übrigens „Furiosity“ und vervollständigt wird der furiopolische Kosmos durch einen lateinamerikanische Ableger namens „Los campesinos furiosos“.

In Kapitel 9 …
… fährt Robert wieder einmal Auto mit Katja und das geht natürlich trotz der unglücklichen Erfahrung am deutsch-niederländischen Grenzübergang nicht ohne Musik:

„Um kurz vor halb sieben ließ sich Robert mit einem Stoß Kopien auf den Beifahrersitz von Katjas Audi fallen und beugte sich als Erstes zum CD-Player. Seine Hand hielt kurz vor einer gelben Haftnotiz inne. Chief only!!! stand da mit dickem rotem Filzstift geschrieben.
»Ich bin froh, dass du es endlich einsiehst«, sagte er grinsend, zog Róisín Murphys Ruby Blue aus der Manteltasche und schob sie in den Schacht. »Kuriose Sounds für einen kuriosen Abend.«
»Hast du ein Glück, dass ich die mag«, knurrte Katja.“

Róisín Murphy ist als Teil des Electronica-Duos „Moloko“ ziemlich erfolgreich gewesen. 2005 veröffentlichte sie dann ihr erstes Solo-Album „Ruby Blue“, eine völlig versponnene CD mit verrückten Sounds und Loops, extrem klasse Bläsersätzen und natürlich ihrer sensationell ebenso sinnlichen wie vielseitigen Stimme. Anspieltipps sollte man als verantwortlicher Soundtrack-Redakteursdilletant nicht nennen, weil jeder Song ein einzigartiges und sich unterscheidendes Kleinod ist. Aber wenn man mich persönlich fragt: Bei „Through Times“ geht mir das Herz scheunentorweit auf, bei „Ramalama (Bang Bang)“ treffen Burlesque und Sklavenschiffrhythmik so zusammen, dass man eigentlich nur noch grinsend einen eigenartigen 20er Jahre-Dschungeltanz tanzen kann, „Ruby Blue“ ist ein musikalisches Mini-Drama par excellence und „The closing of the doors“ ist eine der traurigsten und schönsten Trennungsballaden ever (schluchz!).

Mit melancholischer Stimmung soll Teil 1 des Soundtracks nicht enden und darum noch ein Blick auf …

… Kapitel 13
„Robert war um Viertel vor zwei am Mönchengladbacher Polizeipräsidium und parkte den Wagen an der Tankstelle gegenüber. Er suchte auf dem Display der iPod-Steuerung nach einem Song, der gut zu seinen Erinnerungen an den Vormittag im Lehmbruck-Museum passte. Er entschied sich für Tesko Suicide, einen alten Song von Sneaker Pimps, dessen Rhythmus ihn an Mickys Po erinnerte. Das war ein Anfang. Vielleicht etwas reduziert, aber immerhin ein Anfang.“

Der Beginn einer wunderbaren Romanze ist Roberts erste (na ja eigentlich zweite) Begegnung mit der Polizeiprofilerin Micky Spijker im Arnheimer Polizeipräsidium. Dort verabreden sie sich zu einem natürlich rein beruflichen Ortstermin im Duisburger Lehmbruckmuseum, der dann Roberts Fantasie ganz offenkundig heftig angefeuert hat.
Man sollte ihm trotzdem nicht vorwerfen, dass er bei „Tesko Suicide“ an Mickys Hintern denkt. Es liegt einfach an diesem trip-hoppigen Bass-Drum-Beat, der mit wohlgesetzten Breaks recht aufreizend hin und her schwingt, und natürlich an dieser zwischen leichter Zickigkeit und mädeliger Keckheit changierenden Stimme der Sängerin Kelli Dayton, von der sich die „Sneaker Pimps“ später besser nicht hätten trennen sollen (aber darüber werden von Fans Glaubenskriege geführt).

Aber Mensch, dieser Soundtrack-Beitrag sollte doch nicht mit Sätzen über Trennungen enden. Also: Vorschau auf Teil 2!

Demnächst auf diesem Sender: Lou Reed, The Cure, Swinger Band und viele andere mehr. Don’t miss it!

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Höchstgebot-CoverStatt hier die Playlist mit der Musik in unseren beiden Romanen “Das Lügenarchiv” und “Nach allen Regeln der Kunst” in zwei, drei schönen Soundtrack-Postings zusammenzustellen, waren die bürofreien Zeiten der letzten zwei Monate voll und ganz damit angefüllt, zusammen mit Jac. das niederländische und das deutsche Lektorat für unseren dritten Patati & Spijker-Krimi “Höchstgebot” zu bearbeiten.

Gut, dass man immer verdrängt, wie viel Arbeit das ist, sonst würde man es sich mindestens dreimal überlegen, wieder ein Buch zu schreiben. Andererseits ist das die entscheidende Phase, in der man ein (hoffentlich) gutes Buch noch viel besser machen kann – zumindest, wenn man so gute Lektoren hat wie wir.

Zähigkeit, Schmerztoleranz und Humor muss man allerdings in angemessenem Umfang mitbringen, denn immer wieder heißt es gnadenlos auch: KILL YOUR DARLINGS! All die schönen kleinen Szenen und Wortspiele, von denen man insgeheim schon (fast) immer wusste, dass sie den Erzählfluss aufhalten würden, auf die man aber doch nicht verzichten wollte – sie gehen im Lektorat den Weg alles Irdischen. Und dann natürlich all die spannenden Fragen, die unsere Lektoren stellvertretend für unsere LeserInnen an uns richten – 90 Prozent von ihnen müssen beantwortet werden – und zwar auf literarische Weise im Roman. Um uns zu motivieren, schicken uns die Verlage zwischendurch ab und zu ein Zückerlein, zum Beispiel einen Titelbildentwurf, der uns glücklich macht. Hier oben ein Foto der deutschen Ausgabe.

Und jetzt? Jetzt sind wir so gut wie fertig. In den Niederlanden laufen die letzten Korrekturen, in Deutschland gibt es Ende des Monats noch ein schnelles zweites Lektorat und dann können die 88.630 Wörter endlich in Druck gehen. Puh! Um so mehr freuen wir uns auf die Veröffentlichungstermine – 13. März in Deutschland, 2. April in den Niederlanden – und natürlich dann vor allem auch auf unsere Lesungen. Die ersten zehn Termine sind ab heute hier zu finden, weitere folgen in den nächsten Wochen. Es geht wieder los! Rock ‘nRoll!

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Beim Aufräumen meines Recherche-Archivs entdeckte ich gerade dieses freundlich verwackelte Foto. Es stammt aus einer Serie von Fotografien, die ich 2009 im Amsterdamer Coffeeshop “Paradox” anfertigte. Das “Paradox”  wird in den Kapiteln 3 und 10 unseres Romans “Das Lügenarchiv” zu einem sehr wichtigen Ort für Robert Patati und Micky Spijker. Und da musste natürlich alles bis ins Detail stimmen.

Wie man sieht (vielleicht am ehesten nach dem Anklicken und Öffnen der Wallpaper-Version des Bildes), habe ich nicht erfunden, dass in diesem Laden die Karte sehr serviceorientiert gestaltet ist und neben den Preisen gleich auch die Wirkweisen der zum Verkauf stehenden Naturstoffe angibt.

Anders als die Überschrift zum heutigen Eintrag vermuten lassen sollte, wurde die Aufnahme jedoch in vollkommen drogenfreiem Zustand gemacht. Aber ich verstehe, dass mir das nach dem Betrachten dieses Bildes niemand glauben wird. Die Welt kann manchmal sehr ungerecht sein.

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Heute war auf WDR 2 in der Reihe “Tatort NRW” ein auf der hiesigen Seite nicht ganz unbekanntes, überaus gut gelauntes deutsch-niederländisches Krimi-Duo zu hören. Als podcast kann man den Bericht der Rundfunk- und Fernsehjournalistin Nicole Erksmeier über “Das Lügenarchiv” hier nachhören, also ich meine: hier!
Er fängt etwas unvermittelt an, weil die Anmod. fehlt (so sagt man wohl in Fachkreisen) und endet, wie das ganze Gespräch verlief, mit Spaß an der Sache.

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