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Zweifellos eines der Highlights unserer Lesereisen 2012 war der Auftritt bei der Wiener Kriminacht im Café Schopenhauer. Ein außerordentlich unterhaltungsfreudiges Publikum, das – obwohl es schon eine Lesung intus hatte – noch einmal richtig aufgeräumt daherkam, darunter auch die Bloggerkollegin Joulupukki, der wir schließlich einen Bericht, einige schöne Fotos und obendrein zwei Videos von diesem Abend verdanken: hier auf ihrem Blog zu finden (klick)

Gute Ernte brachte am Nachmittag der Besuch der William S. Burroughs-Ausstellung im Wiener Museumsquartier ein. Goddamned inspirierend!

Spiegelungen-Wien

Wien – 3 Spiegelungen

Wien - Blick (Hoepsanimation)

Wien – Blick (bei Klick: Hoepsanimation)

 

Und schließlich, auf dem Weg zum Hotel, die Erkenntnis: Die Männer mit den Bowler-Hüten sind hierorts nicht allein:

Wir sind nicht allein!

Wir sind nicht allein!

Unser Auftritt in Stuttgart bei der Kriminacht des Börsenvereins am 1. Dezember war in mehrfacher Hinsicht ein großer Gewinn.

Erstens war das “line-up” des Abends klasse: die KollegInnen Mechtild Borrmann, Mitra Devi, Nina George und Friedrich Ani lasen wie wir auch viermal hintereinander Kurzgeschichten vor einem außerordentlich motivierten Publikum, das im Stundentakt von Raum zu Raum wanderte.

Zweitens begegnete ich zum zweiten Mal in diesem Jahr (nach der Lesung in Wien und joulupukki) mit Wassily einem Blogger-Freund erstmals auch im realen Leben.

Und drittens erntete ich wieder das ein oder andere Foto. Zum einen fand ich im Kunstmuseum Stuttgart eine meiner Lieblingsarbeiten von Dieter Roth: ein Sonnenuntergang, geschaffen von und mit einer Scheibe Salami. Zusammen mit dem Schatten des Fotografen ergibt sich da eine eigenartige Konstellation, die mich auf befremdliche Art und Weise an eine unvorstellbare Synthese eines Bildes von Matisse und eines von Tom Wesselmann erinnert. (Und ich dementiere aufs Schärfste, falls jetzt jemand behauptet, ich hätte vermutlich die Salamireste aus dem Bild geklau(b)t und zu mir genommen, so dass sich mein Bewusstsein auf beunruhigende Art erweitert hätte.)

Fett(ig)er Sonnenuntergang / Rother Matisse

Fett(ig)er Sonnenuntergang / Rother Matisse

Dankenswerterweise konnte ich im Kunstmuseum dann auch noch meinem Faible für die Ästhetik der Sicherheitstechnik und -beschilderung frönen.

NOT AUF im Kunstmuseum Stuttgart

NOT AUF im Kunstmuseum Stuttgart

Merke: Nur Narren lachen über Menschen, die im Museum vor Feuerlöschern stehen und grübeln, ob es sich um ein Kunstwerk handeln möge!

In meiner kleinen Rückschau auf die Bilder der Lesereisen 2012 geht’s heute nach Den Haag. Vor dem Auftritt hatte ich fünf Stunden Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt, die im Schatten Amsterdams unangemessen wenig Aufmerksamkeit findet. Schön & spannend fand ich sie – und es gab eine entsprechend reiche Fotoausbeute:

Zuallererst war aber mal klar: Nix ist erlaubt im Park vor Beatrixens Dienstsitz:

Nix erlaubt bei Bea im Park

Nix erlaubt bei Bea im Park

Für diese unerwartete Einschränkung entschädigte die die Verfilmung von “Life of Pi” vorwegnehmende Begegnung mit wilden Tieren in den Straßen der Stadt:

Wild Side

Wild Side

Und ein wunderschönes Blumenstilleben:

Der Wille zum Stil

Der Wille zum Stil

Vor dem Parlament zog ich meine Stirn sorgenvoll in Falten. Sollte das die Generation sein, die uns künftig regiert?

Vorparlamentarischer Nachwuchs

Vorparlamentarischer Nachwuchs

Und wo wir gerade bei Vorurteilen sind: Ein Oktoberfest dräute in der Altstadt inklusive “Bingo mit Frau Sauerkraut”, und das dazugehörige Plakat hatte den Gegenwert von mindestens fünf Fährt-ein-Niederländer-mit-dem-Wohnwagen-Witzen. Ich habe es nachsichtig mal in einer gewissen Unschärfe belassen.

Super toll duits

Super toll duits

So konfrontiert mit meiner Staatsangehörigkeit musste ich mich meiner selbst erst einmal in einem Selbstportrait vergewissern:

Seitengassenselbstportrait

Seitengassenselbstportrait

Um schließlich wieder ermutigt ein künstlerisches Experiment zu wagen. Stilleben mit fünf Beinen:

Fünf

Fünf

Die nächste Ernte führt morgen an den nördlichen Niederrhein.

Zum Jahresende öffnet der Schriftsteller seine geheime Schatulle und betrachtet etwas wehmütig, aber auch sehr befriedigt noch einmal die Bilder, die er während der vergangenen Lesereisen gemacht hat.

Heute ein bemerkenswertes Sujet aus Bremen, wo wir im Rahmen unserer Benefiz-Aktion für “Brot für die Welt” noch einmal aus unserem zweiten Roman “Das Lügenarchiv” lasen. Anscheinend war den Bremern schon früh – nämlich am 30.9. – klar, dass man die Bundesligasaison abschreiben kann. Jedenfalls gab’s schon da den kompletten Werder Bremen-Verein zum Spottpreis auf dem Ramschtisch.

Werder für die Hälfte

Werder für die Hälfte

Bekanntlich biss aber kein Interessent an und Manager Klaus Allofs hatte den Laden weiter an den Hacken hängen. Last Exit: Wolfsburg. Tragisch, tragisch.

So, das war’s aber auch schon mit dem Fußball auf diesem Kanal. Morgen werden dann die Faunafreunde bedient, wenn ich hier wilde Tiere aus Den Haag zeige.

Wo man hinschaute auf unserer kleinen Nordland-Lesetour – Men with Bowler Hats!

Es begann in Emden, als wir die oberste Etage unseres Hotels erklommen. Im zweiten Stock des Treppenhauses (sonst ein beliebter Platz für Kitsch & Co) kamen wir gerade noch rechtzeitig, als eben eine Kochmütze einem ahnungslosen Bowler Hat einen ausgewachsenen Fisch über den Filz ziehen wollte.

3 Bowler Hats und eine Kochmütze in Emden

Der Triumph der Men with Bowler Hats in Emden

Am nächsten Tag ging es weiter nach Hamburg ins Speicherstadtmuseum. Unsere wunderbare Kollegin Nina George war nicht nur eine noch wunderbarere Gastgeberin, sondern erwies sich auch noch als Fotografin mit gutem Blick.

2 Bowler Hats in Hamburg. Foto: (c) Nina George

2 Bowler Hats in Hamburg/Hafen.       Foto: (c) Nina George

Meeting with Dr. Mabuse. Foto: (c) Nina George

Und es endete – wie sollte es anders sein – am folgenden Tag mit einer Art memento mori der Hutkultur in Lübeck. Auf dem Weg in die Kunsthalle St. Annen passierten wir die verschlossenen Türen eines aufgegebenen Hutgeschäfts. Und aber doch: Die Werbung mit Bowler hat keinen Funken ihrer Dynamik verloren:

Der Lübecker Bowler

“Teilen macht reich” – das ist das programmatische Motto des 2013 seit 30 Jahren bestehenden “VolksvereinsHier, bei der Arbeit! (c)Markus Rick Mönchengladbach”, der als gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit agiert und sich für soziale Reform und gesellschaftliche Erneuerung einsetzt. Da konnte die Antwort natürlich nur “Ja!” heißen, als Krimikollegin Jutta Profijt fragte, ob wir nicht Lust hätten, an einem Benefiz-Kochkalender für den Volksverein mitzuwirken.
Jetzt ist er da, und jede/r kann ihn für kleine 10 Euro (plus 2 Euro Versand) ordern: e(punkt)bolten(at)volksverein(punkt)de (mehr Infos hier)

Auf den 24 Kalenderblättern finden sich Rezepte von niederrheinischen Profiköchen und kriminellen Hobbyköchen. Jutta hat da eine tolle Kollegentruppe zusammengeführt: Horst Eckert, Rebecca Gablé, Brigitte Glaser, Carsten Sebastian Henn, Ralf Kramp, Arnold Küsters und Judith Merchant haben genau wie Jutta und ich für die ebenfalls ehrenamtlich aktiven Mönchengladbacher ProfifotoVolksvereins krimineller Kochkalendergrafen ihre Küchen zunächst aufgeräumt und beim anschließenden Kochen wieder in den Naturzustand überführt.

Bei mir war Fotograf Markus Rick zu Besuch und machte Aufnahmen, während ich “Das Schweigen der Muschelnudeln” und den Chicoree-Salat “Fantomas” produzierte. Es war ein netter Abend, um so mehr als alle das gemeinsame Essen überlebt haben.

Begonnen hatte es aber natürlich wie immer bei Nudelgerichten:
1. Die hilflosen Nudeln in kochendes Salzwasser werfen und bissfest garen, abschütten und erstmal gemein links liegenlassen…

Die Urlaubsreisen enden, die Lesereisen beginnen: Hoeps & Toes packen die Koffer für eine ausgedehnte Herbst-Lesetour. Nach viel Presse- und Leserlob stehen bis zum 1. Dezember nicht weniger als 15 Lesungen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden auf dem Programm.

Noch im August setzen wir unsere Bowler-Hüte als Hommage an Magritte auf einer kleinen Nordland-Tour in Emden, Lübeck und Hamburg auf.

Im September ist dann Hauptstadt- (bzw. Regierungssitz-)Visite angesagt, wenn wir in Den Haag und bei den Kriminächten in Berlin und Wien aktiv werden. In Wien lässt uns das Café Schopenhauer auf die Bühne, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass wir den Beweis zu Schopenhauers Aphorismus “Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten” zu führen verstehen. In Berlin treten wir gemeinsam mit einer ganzen Armada hervorragender Kollegen im Gebäude des Tagesspiegels auf.

Die Lesungen in Wien und Berlin finden binnen zwei Tagen statt und das bedeutet: Rock’nRoll-Fever! (“Aaah, frag nicht, wahnsinniger Stress diese Tour, rein in den Flieger, raus aus dem Flieger, du siehst nichts von der Stadt, immer nur Taxis, Veranstaltungshallen, Sodbrennen vom Catering, ich bin durch, weißt du, ich bin einfach fix und fertig, ohne Amphetamine und Alkohol hält das keine Sau aus, ich kann Amy so gut verstehen, einfach nur noch schlafen wollen…”)

Tierisch wird es im Oktober beim Internationalen Krimifestival “Mord am Hellweg”, an dem wir zum zweiten Mal teilnehmen dürfen, diesmal nämlich an ziemlich ungewöhnlichem “Einsatzort”: der Trabrennbahn in Gelsenkirchen.

 

Während derzeit erneut die Maispreise explodieren und damit der Hunger weltweit geschürt wird,  kämpft die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt in ihrer diesjährigen “Kampagne zur Ernährungssicherheit – “niemand isst für sich allein” weiterhin gegen die irrsinnige Idee, Sprit sei wichtiger als Nahrung. Um wenigstens einen kleinen Beitrag zu dieser Kampagne zu leisten, treten wir in drei Benefizlesungen in Kleve, Mülheim/Ruhr und Bremen auf. Lesen werden wir dort noch einmal aus unserem 2. Krimi “Das Lügenarchiv”, in dem es ja um einen internationalen Nahrungsmittelkonzern geht, der massiv in Landraubprojekte zum Biospritpflanzenanbau in Afrika investiert.

Die (bislang) letzte Lesung in diesem Jahr am 1. Dezember findet in Stuttgart statt. Auch dort lesen wir nicht aus “Höchstgebot”, sondern geben stündlich unseren Kurzkrimi “Die Salzleiche von Werne” zum Besten.

Wir freuen uns schon auf alle 15 Termine. Die Bowler Hüte sind gebürstet, die Regenschirme aufgespannt, Welt, wir kommen!

Detailinformationen zu allen Lesungen sind hier (klicken) zu finden.

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