Niederlande-Blog: Wilders will Registrierung von Ethnien

Nach längerer Zeit endlich mal wieder im tazblog „Meine Güte“ ein Eintrag von mir über die Niederlande. Der Wahlgewinner und Rechtspopulist Geert Wilders will die „ethnische Registrierung von jedermann“ – Die Idee der „Judenkartei“ lebt wieder auf…

Wilders und die “Ethnische Registrierung” – Großes M im Pass?

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7 Gedanken zu „Niederlande-Blog: Wilders will Registrierung von Ethnien

  1. Interessante Analogie, die du beschreibst.
    Ich frage mich ohnehin unentwegt, warum die rechten Nationalisten und Menschenverachter im zivilisierten Europa so unglaublich auf dem Vormarsch sind. Kaum eine Wahl vergeht derzeit im EU-Land, ohne das irgendwelche dumpfen Rattenfänger mit Stimmen geradezu überhäuft werden.

    • Man will ja nie glauben, dass es einfach auch nur große Idioten gibt, ohne Empathie und dafür mit um so mehr Machtstreben. Aber bei den meisten, glaube ich, ist es eher die Angst vor großen Veränderungen und die Unsicherheit über den eigenen Standpunkt. War immer schon eine gefährliche Mischung.

  2. Ist es wirklich so, dass rechts so sehr am Vormarsch ist? Ist das nicht eher ein kommen und gehen zwischen links und rechts? Unangenehm genug für das Land, das es gerade trifft eine gruselig rechte Regierung zu erdulden (ich erinnere mich an meine Entsetzen bei der Angelobung von Blau-Schwarz in Österreich), aber eben auch nicht „der Anfang vom Ende“, sondern eine Episode, die die demokratischen Kräfte aber nicht brechen werden.

    • Das Problem an den Episoden ist, dass man nie so recht weiß, wie lang, vor allem aber wie maßlos heftig sie sein werden. Letztlich währte das tausendjährige Reich ja auch nur gerade mal 12 Jahre, eine historisch doch eher lächerliche Zeitspanne. (Wobei ich auch nichts davon halte, immer alles gleich mit Hitler & Nationalsozialismus in eins zu setzen.) Um so mehr sollte man solche Pläne wie den beschriebenen von Wilders immer darauf abprüfen, welche Türen zu welchen Verbrechen sie öffnen können.

      • Voll bei dir. Abprüfen, argumentieren, widerlegen. Und das am besten ohne den Beigeschmack von Angst, soviel Aufmerksamkeit haben sie doch garnicht verdient. Im Grunde sind die rechten Thesen und Versuche doch immer noch recht plump und argumentativ leicht zu entkräftigen. Da kann man getrost jeden erhobenen Zeigefinger unten und etwaige Nazikeulen im Sack lassen. Die gäbe den Deppen ja fast noch Gewicht, mindestens jedoch einen neuen Grund sich in der Opferrolle zu suhlen.
        Wie gesagt – solange sie die Grenzen der Demokratie nicht sprengen (was beim tausendjährigen Reich natürlich der Fall war), sollten sie nicht mehr sein, als eine Geschmacksverirrung. Und damit das, was eine verwirrte Mehrheit der Wählerschaft für eine Legislaturperiode verdient hat. Und bei den nächsten Wahlen weiß die Mehrheit dann auch wieder, warum es einen Sinn macht so ultrarechte Löllis NICHT zu wählen.

  3. Jou – dein Wort in Gottes Ohr…

    In Bremen (nicht gerade ein Ossi-Land mit fehlender demokratischer Tradition) ist die rechtsradikale DVU seit 1984 ununterbrochen im Landtag. Sogar in Baden-Württemberg haben es die REPs zweimal hintereinander geschafft, obwohl der Auftritt der Abgeordneten so was von jämmerlich und dummdreist war.
    Und über FPÖ / BZÖ muß ich dir ja nix erzählen.

    • Eben das Beispiel FPÖ/BZÖ hab ich hier vor Augen, und die haben schon mal bessere Zeiten gesehen. Eine Barbara Rosenkranz hat bei der Präsidentschaftswahl auch ordentlich abgestunken. Trotz Rückendeckung eines Herrn Dichant persönlich. Und trotz schlußendlicher abgerungener Deklaration den Holocaust anzuerkennen und zu verurteilen. Na gut, auch wenn ich mir an pessimistischen Tagen dieses Wahlergebnis nur so erklären kann, dass der Chauvinismus in Österreich halt noch stärker ausgeprägt ist, als der Fremdenhass, denke ich im Großen und Ganzen doch, dass man den demokratischen Kräften in Mitteleuropa trauen kann mit diesen Gespenstern fertig zu werden.

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