Acht Jahre Hoeps & Toes – Die Ernte im Bild

Bei unserer Lesung unlängst im niederländischen Posterholt bot sich ein veritabler Flügel an, dem Publikum die deutschen und niederländischen Ausgaben unserer Romane auf repräsentative Weise vor Augen zu führen. Setzt man noch die jüngst von uns herausgegebene Anthologie Schmugglerpfade / Over de Grens sowie die beiden Mord-am-Hellweg-Anthologien hinzu, in denen wir jeweils mit einer gemeinsam geschriebenen Story vertreten sind, zeigt das Bild die Ernte von acht Jahren grenzüberschreitender Zusammenarbeit, bzw. sieben Jahren, wenn man die Veröffentlichungsdaten nimmt.
Wenn nur alles in Europa so gut, produktiv und freundschaftlich liefe … (wobei jetzt natürlich die WM beginnt, aber das regeln Hoeps & Toes intern…)

Hoeps-Toes-Ernte

Last Calls für das Höchstgebot: Live und auf der Longlist

Mit rund einem Jahr lernen Kinder zu laufen, für ein Buch markiert der erste Geburtstag dagegen leider oft schon den Übergang in die Altersteilzeit. Durch nachfolgende Produktionen von den Büchertischen vertrieben, in kleinerer Anzahl ins Regal geschoben und von dort aus abverkauft, um Platz zu schaffen für die nächste Generation der Ex-Büchertischbesetzer. Auch die Zahl der Lesungen nimmt nach und nach ab. Das Publikum will neue Bücher vorgestellt bekommen, keine Produkte von gestern, seien sie auch deutlich über den Tag hinaus geschrieben. Immerhin noch wird – zumindest ist mir dergleichen bisher nicht bekannt geworden – Fisch nicht in Buchpapier eingewickelt. Beinahe ist man dankbar, dass in Sachen „Verfall der Halbwertzeit“ das Buch der Zeitung doch noch etwas voraus hat.

Um so schöner ist es, dass Jac. Toes und ich fast genau ein Jahr nach der Premiere unseres jüngsten Kriminalromans „Höchstgebot“ nicht nur einige Lesetermine anzukündigen, sondern obendrein auch eine erfreuliche Nachricht aus den Niederlanden weiterzureichen haben.

gouden-strop-logoGetagt nämlich hat die Fachjury für den Niederländischen Krimipreis „Gouden Strop“ (Goldener Strick). Tief beugte sie ihre fünf kritischen Häupter über die Jahresproduktion von insgesamt 106 Werken und erwählte sich eine „Longlist“, aus der sich nun erschließt, dass „Höchstgebot“ bzw. richtiger gesagt „Het hoogste bod“ zu den elf besten Kriminalromanen des Jahres gehört. Große Freude in den Häusern Hoeps & Toes über diese Nominierung!

apfelschirmJetzt beginnen vier lange Wochen. Denn erst am 2. Mai entscheidet sich, welche Romane auch den Sprung unter die letzten fünf Titel schaffen. Und der finale Gewinner des „Gouden Strop“ wird schließlich sogar erst im Juni auf einer großen Abschlussgala zum „Monat des spannenden Buches“ in Amsterdam bekannt gegeben. Auch wenn wir schon einmal, 2008, mit unserem ersten Gemeinschaftswerk „Nach allen Regeln der Kunst“ unter den Top5 waren und diesen Oscar-Modus miterlebten, beruhigt da natürlich keinerlei Routine die Nerven.

Einstweilen gehen wir noch einmal auf eine kleine Tour: Kommenden Mittwoch beginnt sie in Düsseldorf in der Stadtbibliothek Bilk, führt uns übernächste Woche am 18.4. zur Criminale 2013 ins schweizerische Rüfenacht, leitet uns zurück und weiter nach Münster am 24.4. und endet nach einer längeren Zwischenpause am 6. Juni in Menden im Sauerland. Vielleicht sehen wir uns dort. Das würde uns freuen.

Ceci n’est pas une tomate

… und dann war da noch der Buchhändler in Neuss, der sein Hoeps & Toes-Arrangement mit zwei garantiert geschmacksfreien niederländischen Tomaten garniert hat. Wir entdeckten es zufällig nach der Lesung auf dem Weg durch die Stadt und haben sehr gelacht.

neuss-schaufenster

Men with hats gehen auf große Lesetour durch 15 Städte

Die Urlaubsreisen enden, die Lesereisen beginnen: Hoeps & Toes packen die Koffer für eine ausgedehnte Herbst-Lesetour. Nach viel Presse- und Leserlob stehen bis zum 1. Dezember nicht weniger als 15 Lesungen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden auf dem Programm.

Noch im August setzen wir unsere Bowler-Hüte als Hommage an Magritte auf einer kleinen Nordland-Tour in Emden, Lübeck und Hamburg auf.

Im September ist dann Hauptstadt- (bzw. Regierungssitz-)Visite angesagt, wenn wir in Den Haag und bei den Kriminächten in Berlin und Wien aktiv werden. In Wien lässt uns das Café Schopenhauer auf die Bühne, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass wir den Beweis zu Schopenhauers Aphorismus „Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten“ zu führen verstehen. In Berlin treten wir gemeinsam mit einer ganzen Armada hervorragender Kollegen im Gebäude des Tagesspiegels auf.

Die Lesungen in Wien und Berlin finden binnen zwei Tagen statt und das bedeutet: Rock’nRoll-Fever! („Aaah, frag nicht, wahnsinniger Stress diese Tour, rein in den Flieger, raus aus dem Flieger, du siehst nichts von der Stadt, immer nur Taxis, Veranstaltungshallen, Sodbrennen vom Catering, ich bin durch, weißt du, ich bin einfach fix und fertig, ohne Amphetamine und Alkohol hält das keine Sau aus, ich kann Amy so gut verstehen, einfach nur noch schlafen wollen…“)

Tierisch wird es im Oktober beim Internationalen Krimifestival „Mord am Hellweg“, an dem wir zum zweiten Mal teilnehmen dürfen, diesmal nämlich an ziemlich ungewöhnlichem „Einsatzort“: der Trabrennbahn in Gelsenkirchen.

 

Während derzeit erneut die Maispreise explodieren und damit der Hunger weltweit geschürt wird,  kämpft die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt in ihrer diesjährigen „Kampagne zur Ernährungssicherheit – „niemand isst für sich allein“ weiterhin gegen die irrsinnige Idee, Sprit sei wichtiger als Nahrung. Um wenigstens einen kleinen Beitrag zu dieser Kampagne zu leisten, treten wir in drei Benefizlesungen in Kleve, Mülheim/Ruhr und Bremen auf. Lesen werden wir dort noch einmal aus unserem 2. Krimi „Das Lügenarchiv“, in dem es ja um einen internationalen Nahrungsmittelkonzern geht, der massiv in Landraubprojekte zum Biospritpflanzenanbau in Afrika investiert.

Die (bislang) letzte Lesung in diesem Jahr am 1. Dezember findet in Stuttgart statt. Auch dort lesen wir nicht aus „Höchstgebot“, sondern geben stündlich unseren Kurzkrimi „Die Salzleiche von Werne“ zum Besten.

Wir freuen uns schon auf alle 15 Termine. Die Bowler Hüte sind gebürstet, die Regenschirme aufgespannt, Welt, wir kommen!

Detailinformationen zu allen Lesungen sind hier (klicken) zu finden.

Schaffen wir zwei, drei, viele Hoogste Bods

Es gibt wichtigere Dinge in diesen Tagen. Schafft die FDP dank Lindner die 5 Prozent in NRW, wo doch diese Partei eigentlich keiner mehr braucht? (Obwohl: Ist das wichtig?) Könnten die Piraten im Zuge der liquid democracy nicht auch von cleveren Neonaziaktivisten und dumpfbackigen Sympathisanten aus der berühmten 15%-Truppe Antisemiten&Ausländerhasser gekapert werden, weil das Volk es sich lieber unterm Plümmo (schreibt sich anders, sieht aber besser aus) gemütlich macht, statt dauernd über die großen Fragen unserer Zeit im Netz abzustimmen? Und dürfen wir Autoren, Musiker, Fotografen usw. angesichts der Piratenidee vom freien Absaugen künstlerischer Produktion demnächst im Supermarkt auch einklauen gehen oder die Wahlkampfkostenerstattung der Piraten abgreifen , weil wir ja dann nix mehr verdienen können und uns analog freien Zugang zu den Produkten anderer Werktätiger schaffen? U.s.w. u.s.f.

Unabhängig davon und den wirklichen Weltthemen – diese Tage sind für uns, Hoeps & Toes – aufregende Zeiten. Jeder Tag bringt etwas Neues. Gestern schickte uns Thijs, Redaktionsmitarbeiter bei unserem niederländischen Verlag, eine kleine Fotoserie aus der Druckerei, die sie gerade besichtigten. Und just in dem Moment kam unsere niederländische Fassung von „Höchstgebot“: „Het hoogste bod“ aus den Maschinen. Ja, ja, ja! Hurra, da kommen sie. Schafft zwei drei viele Hoogste Bods.

Wer zufällig in der Nähe sein sollte: Am kommenden Samstag, 31. März, findet in der berühmten und wunderbaren und außerdem den Ort für den Showdown unseres Romans abgebenden Bücherkirche im Zentrum Maastrichts die öffentliche Buchpräsentation von „Het hoogste bod“ statt. Wir lesen ein paar Minuten (ja, auch ich auf Niederländisch), werden von Marjanne Wassink (Limburg TV) interviewt und dann wird dem Kulturdezernenten von Maastricht das erste Exemplar in die Hand gedrückt. Vor allem aber gibt’s hinterher ein „borreltje“, also was zu trinken. Alle sind willkommen.

Erste Presse zu „Höchstgebot“

Hoeps & Toes in AachenDienstag fand die deutsche Buchpremiere von „Höchstgebot“ im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum statt. Es war ein großer Spaß mit tollem Publikum. Jetzt geht es weiter: heute Mönchengladbach, Dienstag Krefeld, Mittwoch Werne, Donnerstag Nettetal. Und Samstag, 31.3., gehts dann zur niederländischen Buchpremiere nach Maastricht. Wir freuen uns schon.

Inzwischen kommen auch die ersten Pressereaktionen.

In der Westdeutschen Zeitung haben sie die „Mantelkultur“ mit einer Hintergrundstory von Christoph Elles befüllt. Man schlug die Seite auf und zwei freundliche Herren mit Bowler Hats boten einem wie weiland die böse Königin Schneewittchen einen Apfel an. Wir hoffen, alle befinden sich noch bei guter Gesundheit.  (Online nachzulesen: hier)

Der Mönchengladbacher Lokalsender City-Vision hat die erste Folge seiner neuen Reihe „Bücherbummel“ „Höchstgebot“ gewidmet. Bei „Zimmer frei“ würde man das die „ultimative Lobhudelei“ nennen. Sehr schön & besten Dank. Hier bei youtube zu sehen: Klick

Und dann war da noch die Aachener Zeitung mit der allerersten Rezension: „Alles ist flott erzählt, spannend und amüsant im augenzwinkernden Blick auf die Eigenheiten der Region, Eitelkeiten und die große, fiese Welt.“

Am besten ist es aber natürlich, keine Rezensionen zu lesen, sondern die Bücher. Viel Spaß dabei und ein sonniges Wochenende!