Don Corleone meets Till Eulenspiegel

cocktail-leichenNach einer kleinen Schreibpause gibt’s im Frühjahr wieder etwas von mir zu lesen. Der Kurzkrimi „Ein Banana Daiquiri, den man nicht ablehnen kann“ entstand nach der Einladung des Syndikatskollegen Thomas Kastura, mich an seiner Anthologie „Cocktail-Leichen“ zu beteiligen.

Die Story bot mir die wunderbare Möglichkeit, endlich der großartigen „The Godfather“-Filmtrilogie von Francis Ford Coppola die Ehre zu erweisen und dabei zugleich auch noch einen weiteren Kurbad-Kurzkrimi zu verfassen.

Denn die beiden Hauptfiguren der Geschichte, die eineiigen Zwillinge Meikel und Fredo, hatten nicht nur einen „Paten“-Fan zum Vater, sondern stehen auch kurz davor, als offizielle Till Eulenspiegel-Darsteller in den Dienst der Stadt Mölln einzutreten.

Mölln-TillAbseitige Idee? Von wegen. Mölln ist offenkundig die einzige Stadt, die sich einen nach TvöD bezahlten Narren leistet. Also zumindest einen, der auch im Narrenkostüm auftritt und ausdrücklich dafür engagiert wurde, Unsinn zu treiben. Solch wahrhaft tolle Ausgangssituation ist natürlich ein Angebot, das man nicht ablehnen kann und treibt den Spezialisten für kriminell-groteske Kurbad-Kurzkrimis gleich an den Schreibtisch…

Der Band „Cocktail-Leichen“ erscheint am 1. April 2016 im kbv-Verlag. Weitere Geschichten steuerten bei: Jean Bagnol, Christiane Franke, Brigitte Glaser, Peter Godazgar, Carsten Sebastian Henn, Karr & Wehner, Christian Klier, Tessa Korber, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, Cornelia Kuhnert, Judith Merchant, Petra Nacke, Elmar Tannert und 15 weitere AutorInnen.

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Die Krefelder Coen-Brothers

Nominiert zum Journalisten-Preis für das originellste Autorenlob 2013: Christoph Elles, Westdeutsche Zeitung, mit der Einleitung seiner Ankündigung der Premierenlesung von „Die letzte Kur“ am 23.5.:

„Würden die Brüder Coen in Krefeld Krimis schreiben, wären sie womöglich Thomas Hoeps. Mit ‚Die letzte Kur‘ legt die deutsche Hälfte des erfolgreichen Duos Hoeps/Toes mal wieder einen Solo-Auftritt hin: Er lässt Kassenpatienten, Esoterik-Komponisten und Elvis-Imitatoren in einem mörderischen Reigen aufeinander los.“

Don’t burn after reading!warholelvishoeps

Antreten zur letzten Kur

Die letzte KurDer letzte Blogeintrag hat schon mehrere Wochen auf dem Buckel. Denn der Autor hat getan, was des Autors Aufgabe ist: Er hat ein neues Buch geschrieben. Seit heute in der Auslieferung und in Kürze im Buchhandel: Die letzte Kur. Nach sechs Jahren Zusammenarbeit mit meinem niederländischen Freund und Kollegen Jac. Toes nun also wieder einmal ein Solowerk. Und wieder ist es ein Krimi geworden.

In aller Unbescheidenheit: ein ungewöhnlicher Krimi. Denn er hat über einen ebenfalls nicht ganz gewöhnlichen Mordfall hinaus mehr zu erzählen. Mit acht in die Handlung eingeflochtenen Kurzkrimis bietet er zugleich auch eine Sammlung grotesker Verbrechen und besonderer Menschen, die zeigt, auf welch unerhörte Weise sich die kriminelle Energie gerade in Kurbädern und Wellnesszentren Bahn zu brechen versteht.

Ganz ehrlich: Ich weiß, wovon ich da schreibe. Denn mit meinem brüderlichsten Freund, dem Theaterautor und -regisseur Peter Schanz besuche ich regelmäßig seit 2003 Kurort um Kurort. Über dreißig neudeutsch genannte „Destinationen“ sind inzwischen zusammengekommen. Ob es um einen eifersüchtigen ungarischen Kurorchesterdirektor aus Bad Pyrmont geht, einen ideenraubenden Bad Salzuflener Esoterikkomponisten oder einen Marketingchef in Bad Neuenahr, der wegen der Entführung von Kassenpatienten die Nerven verliert – nach dem Lesen von „Die letzte Kur“ wird keiner mehr wagen, solcherlei Städte langweilig zu nennen.

Warum diese Kurzkrimis überhaupt im Roman sind? Und warum der ehedem mit Bowler Hat auftretende Autor nunmehr auf seinen Fotos einen goldenen Anzug trägt? Das erklärt sich aus der Hauptgeschichte:

(c) Philip Lethen

(c) Philip Lethen

Eigentlich sollte sich Kriminalhauptkommissar Viktor A. Monk an seinem freien Wochenende auf sein erstes großes Konzert beim European Elvis Festival vorbereiten. Aber dann wird im Solebad des neuen Wellnesshotels von Bad Nauheim die Leiche eines Kurbad-Testers gefunden.

Ein Brief im Gepäck des Toten führt Monk in ein Schlosshotel. Acht Reporter des traditionsreichen Magazins Der Kurbad-Kompass haben sich dort versammelt, um in einem Kurzkrimiwettbewerb ihren neuen Chefredakteur zu bestimmen. Hat einer von ihnen einen gefährlichen Konkurrenten aus dem Weg geräumt? Und was verraten ihre Krimi-Storys über den echten Mord, dem bald noch ein zweiter folgen soll?

Fragen über Fragen. Nur Lesen hilft.

Die letzte Kur – ein Kriminalroman für

alle, die in Kur & Reha sind oder dringend Erholung brauchen,

alle Elvis-Fans und Elvis-Verweigerer,

und alle, die von Krimis mehr erwarten als nur einen Mordfall.

Übrigens bald auch wieder live zu erleben, bisher auf der Tourliste: Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Kyllburg, Wien, Hamburg.

Wichtige Bekanntmachungen aus Bad Meinberg

Alle halbe Jahre treffe ich meinen Herzensbruder und Kollegen Peter Schanz (dessen wunderbare Bücher und Theaterstücke ich nur jedem dringend empfehlen kann) in einem deutschen Kurbad, um den örtlichen Griechen auszutesten und auch ansonsten mehr über die Welt im Kleinen und Großen zu erfahren. Als literarisches Nebenprodukt haben diese Begegnungen die Gattung der „kriminellen Kurbadgroteske“ hervorgebracht, von denen die ein oder andere bereits veröffentlicht wurde. Vielleicht gibt es dazu ja bald mehr zu berichten.

Einstweilen erst einmal drei Texte aus dem öffentlichen Raum, die wir im Verlauf unseres turnusgemäßen Sommertreffens 2012 in Bad Meinberg vorfanden. Wichtige Bekanntmachungen für transzendente und anti-transzendente Zielgruppen sowie ein folgenschwerer Tippfehler:

(Fürchtet Euch nicht!) Und es fiel eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören! (Lukas 9.35)

 

Anweisung für Nihilisten, die dem horror vacui erliegen:
Einfach mal das Nichts per Knopfdruck in den Orkus jagen! (Für den Restmüll bitte den Abfalleimer nutzen.)

Der Kalauer zum Ende.
Stummer Vortrag oder: Der Irrtum des Ornithologen

 

Pseudophilosophischer Bad Berleburg-Nachtrag

Verehrte/r Leser/in,

wie in meinem Schreiben vom 26. Juli d. J. annonciert, bin ich ehrenvollerweise zwecks Kurzkrimiproduktion anlässlich der 26. Criminale 2012 im Hochsauerland nach Bad Berleburg vorgeladen.
Während andere KollegInnen bei ihren Sauerlandrecherchen in Anti-Aging-Spezialhotels untergebracht und damit in tiefste innere Zweifel gestürzt werden, darf ich, wie ich nun erfuhr, im schönen Wander- und Lesehotel „Landhaus Wittgenstein“ logieren.
Da war doch was? Lange Zeit tief vergraben in den traurigen Ruinen meiner humanistischen Viertelbildung, jetzt auferstehend – ach!
Ach, Ludwich, ik hör Dir trapsen!
Hieß es nicht bei ihm, den kaum einer versteht, aber jeder zitiert – ja genau, so hieß es wohl:

„Was man töten kann, davon muss man schreiben.“

Ein schöner pazifistischer Merkspruch, mit dem Ihnen, Verehrteste/r, ein friedliches Wochenende eingeleitet sein möge.

Next Crime-Exit: Bad Berleburg

Während wir gerade noch einmal mit Sense und Lupe durch das Manuskript für den neuen Patati&Spijker-Krimi gehen, den wir in zwei Teilen am 1.8. und 8.8. abliefern müssen, kündigt sich schon die nächste Story an.
Zur Criminale 2012, die im Hochsauerland stattfindet, erhielt ich die ehrenvolle Einladung, einen Kurzkrimi für die offizielle Krimi-Anthologie zu schreiben.
Heute dann erfuhr ich endlich auch, in welchem Ort ich denn die Kriminalitätsrate nach oben treiben darf: Bad Berleburg, ich komme!
Besser konnte ich es nicht treffen. Denn seit 2003 schreibe ich immer wieder „kriminelle Kurbadgrotesken“ für mein Langzeitbuchprojekt, das den – vom großen Horváth entlehnten und dabei unangemessen travestierten – Untertitel „Geschichten aus dem Wellnessland“ tragen soll.
Bei der Recherche zu Ortskrimis gewinnt ja das Wort „Motivsuche“ stets auf’s Neue eine schöne Doppelbedeutung. Ich bin mächtig gespannt, was den Auslöser für die Bad-Berleburg-Geschichte aktivieren wird: Das Schloss? Die Wisente mit Migrationshintergrund? Der „Übergangstheoretiker“ (Wikipedia) und Volkssouveränitätsverfechter Johannes Althusius? – ach, so eine fremde Stadt ist ein Füllhorn der Möglichkeiten. Jetzt erst einmal hinfahren und dann Augen und Ohren auf!