Der Krimitag des SYNIDKATs – Benefizlesungen in 14 Städten

Von Berlin bis Zürich lesen rund um den 8. Dezember (Todestag des ersten deutschspr. Krimiautors Friedrich Glauser) in 14 Städten KrimiautorInnen des ehrwürdigen Syndikat e.V. für einen guten Zweck.
2015 hatte ich das Vergnügen, den „Krimitag“ gemeinsam mit Horst Eckert im Düsseldorfer Landgericht zu organisieren. In diesem Jahr soll es nun eine der beiden Städte sein, in denen ich lebe und arbeite.
Für den Krimitag Mönchengladbach am Donnerstag, 7. Dezember habe ich gemeinsam mit Arnold Küsters eine ganz besondere Krimitour durch fünf Locations der „Oberstadt“ geplant. Von 19 bis 22 Uhr lesen Jutta Profijt, Ingrid Schmitz, Klaus Stickelbroeck und wir beide in jeweils einem Café bzw. bei einem Barbier und starten immer wieder neu zur vollen Stunde.

Das Publikum wandert an diesem Abend von Tatort zu Tatort: Jede Lesung dauert etwa 35 Minuten. So bleibt  nach der Spannung genügend Zeit zum Plaudern, Genießen und den kurzen Weg zu Ihrem nächsten Tatort. Die letzte Runde beginnt um 22 Uhr – man kann also vier der fünf AutorInnen erleben.
Das alles mit einem einzigen Eintrittsticket für 10 Euro (im Vorverkauf für 8 €). Alle Eintrittsgelder gehen ohne Abzug als Spende an den Reha-Verein Mönchengladbach, der in seinem Projekt „KipE“ Kinder psychisch erkrankter Eltern berät und unterstützt.

Zum ersten Mal gibt es von mir den Kurzkrimi „Dance, Hookah, Dance“ aus der von Peter Godazgar herausgegebenen Musikkrimi-Anthologie „Killing You Softly“ (kbv-Verlag 2017) zu hören: Das völlig heruntergekommene Kurbad Berserka soll mit Hilfe eines prachtvollen Tanz-Videos als schwungvolles Wellnessbad der Disko-Generation vermarktet werden – wäre da nur nicht dieser rechtsextreme Vizebürgermeister, dessen Antwort auf die Zukunft purer Sprengstoff ist.

Zugleich wird das die 24. und letzte Lesung des Jahres 2017 für mich sein. Ein tolles Jahr mit vielen netten Menschen im Publikum, klasse VeranstalterInnen und einer Menge Vorlesespaß. So darf’s gerne weitergehen.
Habt eine gute Zeit und vielleicht sehen wir uns ja am 7.12.

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Jetzt beginnt das große Schmuggeln

Mit gebrochenem Arm lässt sich schlecht bloggen. Darum hier nur kurz der Hinweis auf einen wundervollen Filmtrailer, den die Maastrichter Janneke Swinkels und Tim Frijsinger (Sound: Tim Coenen) für die von uns frisch herausgegebene Krimi-Anthologie „Schmugglerpfade“ geschaffen haben.

„Schmugglerpfade“, oder als niederländisches Ausgabe „Over de Grens“, ist seit dieser Woche im Buchhandel erhältlich: 16 spannende Geschichten über Schmuggel an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen 1919 und 2040, geschrieben von acht deutschen und acht niederländischen, oft mehrfach preisgekrönten Krimiautorinnen und -autoren.
Wir freuen uns sehr, mit diesen KollegInnen zusammengearbeitet zu haben. Es  ist ein tolles Buch geworden. Viel Spaß beim Lesen!

Ein Interview, eine Art Homestory und noch ein Interview

Man kann ja auch mal aus dem Nähkästchen plaudern, also im speziellen Fall eher aus dem Arbeitsspeicher oder wenigstens dem Druckerpatronendepot. Anlässlich des Erscheinens von „Die letzte Kur“ habe ich mir das nun gleich zweimal hintereinander erlaubt: einmal kurz, einmal lang.

Wie Elvis und Kur zusammenpassen, wollte nämlich der kbv-Verlag von mir für sein traditionelles Newsletter-Interview wissen und ich hab’s so kurz wie möglich aufgeschrieben: klick hier zum kbv-Interview

Und dann war ich eingeladen, in der Krefelder Live- und Internettalkshow „Lott ens Schwaade“ (für Nicht-Rheinländer: „Lass mal ein bisschen plaudern“, wobei das Plaudern durchaus ein wenig über den Rahmen hinauswuchern darf, weil Abschweifen, also das Von-Höcksken-auf-Stöcksken-Kommen, ist ja eine rheinische Delikatesse, wo war ich noch gleich, ach ja…) bei „Lott ens Schwaade“ über meine Grenzgängereien zu berichten:

als 50% des deutsch-niederländischen Krimi-Teams Hoeps&Toes
als Autor, der sich mit Verbrechen beschäftigt und fast jedem fast alles zutraut
als Kulturorganisator einerseits und Kulturschaffender andererseits

grenzpendler

Grenzpendler

sowie als Pendler zwischen Krefeld und Mönchengladbach (was für manche Krefelder und Mönchengladbacher immer noch mit einem gewissen Argwohn als exotischer Spleen registriert wird, bei einigen wenigen sogar in einen Analogie-Kurzschluss  zum „Rübermachen“ über die deutsch-deutsche Grenze einmündet, während ich selbst, nach meiner Heimat befragt, nicht müde werde, zu betonen, dass ich in Krefeld und Mönchengladbach lebe und arbeite – und nicht etwa in Krefeld lebe und in Mönchengladbach arbeite oder umgekehrt. Als lebte ich nicht, während ich arbeite, und als wäre meine Arbeit nicht Teil meines Lebens.

Hoeps-Trailer-Lott-ens-schwaadeAber wo war ich, ach ja: Der Link zu diesem ausführlichen und, ich hoffe, ganz amüsanten Gespräch und einem dazugehörigen kleinen Homestory-Trailer, der mir einmal mehr offenbart hat, wie schön es sein könnte, würde man sich regelmäßiger daran erinnern, dass es ästhetisch wesentlich vorteilhafter ist, ein Privileg des Menschen, nämlich jenes, dauerhaft AUFRECHT laufen zu können, auch tatsächlich auszuüben, also wo …, ach ja, der Link zu den youtube-Clips 5-7, der ist HIER (klick!) zu finden. Und nichts ist natürlich zurückzunehmen (außer, dass ich, wie im Trailer berichtet, noch heute in Krefelder Kulturvereinigungen aktiv wäre, denn das ist lange, lange her, nicht dass sich da jemand beschwert).

Erste Presse zu „Höchstgebot“

Hoeps & Toes in AachenDienstag fand die deutsche Buchpremiere von „Höchstgebot“ im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum statt. Es war ein großer Spaß mit tollem Publikum. Jetzt geht es weiter: heute Mönchengladbach, Dienstag Krefeld, Mittwoch Werne, Donnerstag Nettetal. Und Samstag, 31.3., gehts dann zur niederländischen Buchpremiere nach Maastricht. Wir freuen uns schon.

Inzwischen kommen auch die ersten Pressereaktionen.

In der Westdeutschen Zeitung haben sie die „Mantelkultur“ mit einer Hintergrundstory von Christoph Elles befüllt. Man schlug die Seite auf und zwei freundliche Herren mit Bowler Hats boten einem wie weiland die böse Königin Schneewittchen einen Apfel an. Wir hoffen, alle befinden sich noch bei guter Gesundheit.  (Online nachzulesen: hier)

Der Mönchengladbacher Lokalsender City-Vision hat die erste Folge seiner neuen Reihe „Bücherbummel“ „Höchstgebot“ gewidmet. Bei „Zimmer frei“ würde man das die „ultimative Lobhudelei“ nennen. Sehr schön & besten Dank. Hier bei youtube zu sehen: Klick

Und dann war da noch die Aachener Zeitung mit der allerersten Rezension: „Alles ist flott erzählt, spannend und amüsant im augenzwinkernden Blick auf die Eigenheiten der Region, Eitelkeiten und die große, fiese Welt.“

Am besten ist es aber natürlich, keine Rezensionen zu lesen, sondern die Bücher. Viel Spaß dabei und ein sonniges Wochenende!

Werne ist großartig!

Von diesem tollen Wochenende kann man sich nicht so schnell erholen, wie es eigentlich nötig wäre. Zwei Tage lang fand in Mönchengladbach der parc/ours statt, das Wochenende der offenen Ateliers und Galerien. Neun Ateliers habe ich besucht, spannende Gespräche geführt, faszinierende Kunstwerke gesehen, es war wunderbar. Wer wenigstens retrospektiv mehr über das evtl. Verpasste wissen will: hier ist die Website unserer städtischen c/o-Künstlerförderung zu finden.

Und quasi zwischendurch hatten wir dann auch noch unsere Mord-am-Hellweg-Premierenlesung mit unserem Kurzkrimi, den wir speziell für Werne schreiben durften. 150 unterhaltungswillige Werner inkl. Bürgermeister empfingen uns in der ehemaligen Turnhalle der alten Zeche.

Während der Lesung war die Halle in ein tiefes Rot getaucht. Das Akkordeonorchester „Druckluft“ machte den Auftakt mit Filmmusik von Miss Marple bis James Bond und zwischendurch gab es Erbensuppe zum Sekt (oder umgekehrt). Alles perfekt eingerichtet vom Werner Stadtmarketing. Unser Moderator Jens Hoppe erwies sich als hervorragender Impro-Theaterspieler und es war gar nicht so einfach, den Übergang von Witz und Spaß zu der ziemlich tragischen Kriminalgeschichte über das Bergbau-Kollateralschaden-Unglück einer Familie hinzubekommen. Aber es hat anscheinend funktioniert, wenn man die Abstimmung des Publikums mit dem Geldbeutel am Büchertisch des nicht nur beispielhaften, sondern auch hochsympathischen Buchhändlers Hubertus Waterhues von der Buchhandlung Beckmann mal zum Maßstab nimmt.

Außerdem schlug dann nach der Lesung wieder die Werner Gastfreundschaft zu und wir erlebten mit sehr netten Menschen einen großartigen Abschluss in jener Schänke, die auch in unserer Geschichte vorkommt; übrigens nicht ohne den geistigen Beistand durch einen geschätzten Kollegen der schreibenden Zunft, einem Tausendsassa von Pfarrer und besagtem Buchhändler guter alter Schule. Hätten wir Werne nicht schon längst während unseres Recherchebesuchs vor einem Jahr in unsere Herzen geschlossen, es wäre an diesem Abend geschehen.

Hier auf youtube ist ein kleiner Ausschnitt vom Anfang unserer Lesung zu sehen/hören.